Nachrufe

Wolfgang Werner Wirth

W(w)w aus Wöllstein war es, der mir 1986 zu meinem ersten eigenen IBM-kompatiblen PC XT verhalf. Ihm verdanke ich meinen beruflichen Einstieg in die EDV-Branche. Er beschleunigte meine ersten PC-Programme und redigierte meine ersten Magazin-Texte. 1988 holte er mich zu Markt & Technik. Unsere jahrzehntelange Freundschaft hatte brachiale Höhen und Tiefen. Aber sie hielt. Brutal genial, extrem pragmatisch und immer jung – so werde ich ihn in Erinnerung behalten: Ww ist am Freitag, 2. Juni 2017 in Frankreich gestorben. Das Bild (ganz oben) ist eine Karikatur von Rolf Boyke, die 1988 in PC Magazin PLUS erschien. Sie zeigt Ww in seinem Element.

Tobias Franke

Unser Neffe Tobi war gelernter In­formatik­kauf­mann und zerti­fizierter Web­master. Er arbeitete seit August 2010 als fest angestellter System­administrator und Ent­wickler bei just 4 business. Auf WordPress, MediaWiki, PHP, JavaScript, (X)HTML und CSS spezialisiert, hat er unzählige Prozesse und Projekte hinter den Kulissen des MittelstandsWiki programmiert. Tobi gehörte mit seinen besonderen Fähigkeiten zum unverzichtbaren Kern seines Teams. Er wurde mit einer körperlichen Schwerbehinderung geboren, die er nie und nirgends thematisierte. Tobi starb am Dienstag, 9. Mai 2017, wenige Wochen vor seinem 34. Geburtstag, an Lungenversagen.

André Zurawski

Raffi war in den 1990er Jahren einer der fleißigsten und umtriebigsten Autoren, die ich je kannte. Gemeinsam mit Reinhard Weber und Elke von Harsdorf gründeten wir die Zeitschrift WIN. Während dieser Zeit schrieben wir beide auch das Buch MS-Windows 3.1 kurz und bündig. Später machte er sich selbstständig und produzierte Sonderhefte am laufenden Band. Raffi soll an Depressionen gelitten haben, die niemand bemerkte. Im Februar 2000 setzte er seinem Leben selbst ein Ende.

Udo May-Jung

Udo war in den 1980er Jahren einer der besten Autoren von PC Magazin PLUS. Er programmierte zahlreiche Assembler-, Basic-, C- und Pascal-Routinen, die in Computerzeitschriften veröffentlicht wurden. Nur in Cobol kannte er sich nicht aus. Für seine Diplomarbeit besuchte er mich 1986 in Wuppertal, um sich Nachhilfe zu holen. Herausgekommen ist über Nacht ein gemeinsames Benchmarkprogramm, das mit vier Grundrechenarten und zwei Potenzierungen in standardmäßigem Cobol den Sinus einer gebrochenen Zahl von -3,14 bis +3,14 berechnete. Der Algorithmus war 1990 Grundlage für einen Vergleichstest von Cobol-Compilern in PC+TECHNIK. Udo starb Anfang der 1990er Jahre an einem Hirntumor.