Wem seine WLAN-Netze über den Kopf wachsen

Der Mann, der bei Ihnen in den Lift steigt, durch die Gänge trabt und anscheinend kein eigenes Büro hat, ist Ihr Netzwerkadministrator. So war es zumindest bisher. Aber das soll sich ändern, denn 2016 war das Jahr des zentralen WiFi-Managements. Einige Anbieter haben bereits eine konsolidierte Netzwerkverwaltung über die Cloud gestartet, andere stehen kurz vor der Markteinführung. Das Versprechen:

Keine Stockwerkwanderungen mehr von Access Point zu Access Point, sondern bequeme Konfiguration und Kontrolle durch eine einzige Online-Konsole. Im Einzelnen gibt es allerdings deutliche Unterschiede. Darum hat Dr. Harald Karcher fünf Anbieter um Antwort gebeten: Hans-Dieter Wahl (bintec elmeg), Michael Himmels (devolo Business Solutions), Olaf Hagemann (Extreme Networks), Ralf Koenzen (Lancom Systems) und Patrick Hirscher (Zyxel) geben O-Ton-Auskunft über ihre Cloud-WLAN-Konsolen (Seite 8).

Um eine anständige Site Survey kommen Installateure allerdings nicht herum, und dafür braucht es ordentliches Analysewerkzeug wie den neuen Netscout AirCheck G2 Wireless Tester. Karcher hat das Gerät gleich ausprobiert (Seite 18). Das wichtigste Merkmal: Der AirCheck versteht WLAN-ac – und das war höchste Zeit. Denn 802.11ac Wave 2 ist da, und damit beginnt der n-Nachfolger allmählich zu halten, was der Standard versprochen hat: eine satte Performance-Steigerung.

Wie hoch die genau ausfällt, wollte Karcher ebenfalls wissen. Er hat sich aus der neuen Geräteklasse die Fritz!Box 7580 besorgt und ausgemessen, was netto am Endgerät ankommt. Dort ist zuerst aber noch etwas Handarbeit erforderlich, mal mehr (wenn es eine PC-Einbaukarte wie die Asus PCE-AC88 Dual- band AC3100 sein soll), mal weniger (wenn es der Linksys-WUSB6100M-Stick auch tut). Das Testergebnis finden Sie auf Seite 16.

Zwei der befragten WLAN-Management-Anbieter melden sich in diesem Heft außerdem mit eigenen Beiträgen zu Wort: „Das Firmennetz aus Cockpit-Sicht“ heißt der Beitrag, den Olaf Hagemann eingereicht hat (Seite 20); ihm ist bei einem Cloud-managed Network wichtig, dass es sich rechnet, umfassend ist und skalierbar arbeitet. „Das funktioniert in vielen Fällen“, sagt er, „dennoch ist ein Cloud-managed Network kein Allheilmittel.“

Der Beitrag von Michael Himmels setzt tiefer an und beginnt das vernetzte IoT-Wirtschaften auf Feldebene. Seine Ausgangsthese: Die Welt ist so, wie sie ist. Vernetzung heißt darum fast immer, Connectivity nachzurüsten und bestehende Dinge anzubinden. Welche Möglichkeiten es hier gibt, sortiert er mit ein paar saftigen Realbeispielen ab Seite 12.

Namentlich LPWAN ist ein bislang unterschätzter Weg. Ein solches Low Power Wide Area Network zeichnet sich durch enorm hohe Reichweiten und minimalen Energieverbrauch aus und lässt sich zum Beispiel mit dem offenen Standard LoRa umsetzen. Der einzige Haken sind die niedrigen Datenraten, die aber für viele IoT-Szenarien vollkommen ausreichen. Zeljko Loncaric schildert ab Seite 23 einen Use Case, der sogar die Geolokalisierung in Gebäuden anstandslos bewältigt.

Zur Sicherheit haben wir in dieses Heft noch ein paar Extra-Zugangspunkte gesetzt. Zunächst einmal geht es genau darum: um Sicherheit. Christian Strobel erklärt, was ein Passwortmanager, der für den Unternehmenseinsatz taugt, alles können muss (Seite 22).

Dr. Joachim Sinzig hingegen hatte Einhorn-Schokolade bestellt – leider ohne Erfolg, weil die Shopserver dem Ansturm gar nicht gewachsen waren. Eine Lösung für Unternehmen und ISP könnte Software-defined Networking sein (Seite 15), dann buchen die Kunden Bandbreite je nach Bedarf.

Unterdessen hat Doris Piepenbrink den Fortgang der laufenden Telekom-Großmigration auf All-IP weiter verfolgt. 2017 geht es an die größeren TK-Anlagen, und die Telekom hat bereits die passenden Angebote: PBX aus der Cloud, eine SIP-Trunk-Lösung oder Maßgeschneidertes aus dem Tochtergeschäft T-Systems (Seite 4). Die Cloud-Variante unterscheidet übrigens nicht mehr zwischen Festnetz und Mobilfunk, sondern macht Handy und Büro unter derselben Nummer erreichbar – sogar Ihren Netzwerkadministrator.

Quelle: Kommunikation und Netze 2/2016 in iX 1/2017