Warum ich seit Jahren kein ADAC-Mitglied mehr bin

1. Der ADAC ist von einem unverzichtbaren Verein zu einem unkontrollierbaren Konzern mit 8600 Mitarbeitern mutiert. Es ist davon auszugehen, dass solche Konzerne erhebliche Geldsummen ihrer Mitglieder verbrauchen, um sich selbst zu verwalten, unnötiges Wachstum zu finanzieren und fragwürdigen Lobbyismus zu betreiben.

2. Der ADAC ist ein Konzern mit 19 Millionen Kunden — das sind mehr Menschen als es Einwohner in der DDR gab. Es ist davon auszugehen, dass in diesem Konzern die Rechtsabteilung A für Mitglied X gegen Rechtsabteilung B für Mitglied Y und damit nur gegen sich selbst kämpft. Wie rechtsschutzversicherte Mitglieder davon profitieren sollen, ist mir unbegreiflich.

3. Der ADAC kassiert mit mehr als 1.000.000.000 Euro pro Jahr so viele Mitgliedsbeiträge, dass er sich ausgerechnet in München eine 300.000.000 Euro teure Zentrale und eine eigene Mitglieder- und Werbe-finanzierte Zeitschrift nach allen Regeln der publizistischen Kunst leisten kann, während marktwirtschaftlich operierende Medien konjunkturelle Sorgen haben. Das ist eine Unsitte, die überall dort um sich greift, wo keine Notwendigkeit besteht, mit Mitgliedsbeiträgen besonders sparsam umzugehen.

Die verspielte Glaubwürdigkeit im aktuellen „Skandal“ um falsche Zahlen beim Lieblingsauto der Deutschen war eine lange vorhersehbare Folge aus den genannten Gründen, weshalb ich mich eigentlich nur darüber wundere, wie überrascht wir alle mal wieder sind.