Was gegen Google spricht

Am 9. Juni 2010 fand auf der IT Profits 6.0 in Berlin die Verleihung des Service 2 Cloud Awards statt. 22 Kandidaten waren nominiert. LexLive von Haufe-Lexware hat gewonnen. Die spannende Frage lautet, warum Google keinen Preis bekam, zumal es beispielsweise die Google Apps kostenlos gibt. Dazu schreibt das MittelstandsWiki in seinem aktuellen PDF-Magazin:

Über die Frage, ob es eine kostenpflichtige oder kostenlose Anwendung sein sollte, entscheidet die Langfristigkeit. Keiner weiß, was Google mit unseren Daten tatsächlich anstellt. Die WLAN-Affäre im Street-View-Projekt hat deutlich gemacht, was geschieht, wenn man Googles Grundsatz »Don’t be evil« blind vertraut. Während Google die wesentlichen Richtlinien bestimmt, können deutsche Unternehmen mit deutschen Anbietern beiderseitige Vereinbarungen treffen, was für kostenpflichtige Anwendungen spricht… Es wäre nahe liegend, dass eine Softwaredienstleistung den Service 2 Cloud Award gewinnt, mit der das MittelstandsWiki bereits selbst gerne und erfolgreich arbeitet. Auf dieser Basis wären Google, IPfonie, Salesforce, Sipgate und Planio potenzielle Gewinner. Gegen Google spricht jedoch eine bedrohliche Abhängigkeit von vielen kleinen Softwaredienstleistungen wie z.B. Adsense, Analytics und Webmaster Tools. Der Weltmarktführer kann seinen Richtlinien gemäß jederzeit den Hahn einfach zudrehen und damit unsere Existenzgrundlage ruinieren…

Wesentlicher Hintergrund dieser Kritik sind individualisierte Google-Konten, über die der Zugriff auf die zahlreichen Webservices von Google und darüber hinaus (!) erfolgt. So sind beispielsweise an den Account des Autors dieses Beitrags derzeit 24 Dienstleistungen geknüpft. Zahlreiche Logins über dieses Konto bei Drittanbietern wie zum Beispiel Twitterfeed kommen hinzu. Wer in die Missgunst von Google gerät, ist schneller draußen als potenzielle Missverständnisse aufklärbar sind. So hat sich das MittelstandsWiki zum Beispiel aus seinem eigenen YouTube-Kanal ausgesperrt. Alle Wiederbelebungsversuche über Hilfeseiten drehen sich im Kreis. Konkrete Fragen in den Google-Foren werden – wenn überhaupt – mit hilflosen Gegenfragen beantwortet. Google und YouTube reagieren nicht auf persönliche E-Mails in dieser Sache. Aus diesem Grund musste der YouTube-Kanal des MittelstandsWiki in den Kanal des MittelstandsBlog umziehen. Was geschieht, wenn das Konto gesperrt würde, mit dem der Herausgeber des MittelstandsWiki hauptberuflich arbeitet, ist digitaler Horror.