2 Jahre Erfahrungen mit Apple und Mac OS X

27 Monate ist es her, seit ich auf Mac umgestiegen bin, nachdem ich über 20 Jahre mit DOS, Windows und Linux gearbeitet habe. Bis zu vier Macs nutze ich täglich: Zwei Mac mini, ein iMac 24 und ein MacBook (13 Zoll). Systemabstürze gab es keine. Die hat es allerdings auch unter Windows XP seit dem Service Pack 2 zumindest bei mir nicht mehr gegeben.

Vereinzelte Programmabstürze sind selten. Nur Skype ist eines der wenigen Programme, das sich mindestens einmal pro Woche grundlos verabschiedet. Außerdem habe ich mit Powerpoint hin und wieder meine Probleme. Mit einer Ausnahme wurde aber jede abgestürzte Präsentation automatisch rekonstruiert. Ja, ich arbeite mit Microsoft Office am Mac, weil ich mich seit Word 4.0 daran gewöhnt habe. Mit der kostenlosen Alternative NeoOffice bin ich nicht warm geworden.

Probleme mit der Beschaffung von Software hatte ich keine. Die Auswahl an kostenlosen Programmen wie zum Beispiel Flip4Mac ist gegenüber Windows und Linux zwar deutlich geringer. Dafür habe ich mich nie mit unreifen Anwendungen und unzähligen Optionen herumschlagen müssen. Für alle Aufgaben, die ich am Mac erledigen muss, habe ich mindestens eine kostenlose oder preiswerte Lösung gefunden.

An die Oberfläche und Bedienung von OS X v10.4 Tiger habe ich mich so schnell und so gut gewöhnt, dass mir Windows keinen Spaß mehr macht. XP läuft jetzt in einem Fenster, das ich nur verwende, um Websites mit dem Internet Explorer zu prüfen oder spezifische Probleme zu emulieren. Ansonsten habe ich keinen Bedarf, was mich allerdings zu keinem Gegner dieses Systems gemacht hat.

Mit der Hardware habe ich unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Der Mac mini mit 1,42 GHz PowerPC G4 von Motorola und 1 GByte Arbeitsspeicher ist spürbar langsamer als der iMac 24 mit 2,16 GHz Core 2 Duo von Intel. Bei rechenintensiven Anwendungen beginnt der Lüfter im Mac mini laut zu werden. Dagegen lässt sich der iMac auffallend häufig nicht weich ausschalten, was auf dem kleinen Apple mit der alten CPU nicht passiert (siehe Kommentar). Störende Lüftergeräusche gibt es im iMac keine. Der Stromverbrauch beider Computer ist vernachlässigbar, sobald die Bildschirme automatisch abschalten.

Das MacBook, das ebenfalls mit einem 2,16 GHz Core 2 Duo und 2 GByte RAM ausgestattet ist, startet virtuelle Maschinen mit Parallels Desktop 3.0 in 50 s deutlich langsamer als der iMac (30 s), obwohl es doppelt so viel Arbeitsspeicher hat. Verantwortlich dafür dürften unterschiedliche Festplatten, Grafikchips und ihre Speicher sein.

Sorgen bereitet mir die integrierte Airport-Karte für WLAN-Verbindungen. Einerseits wird sie vom Airport Assistent zur Konfiguration der Basisstation nicht erkannt (Das Programm wird auf neuen Macs schlicht nicht mehr benötigt). Sie funktioniert jedoch und ist mit integrierten Dienstprogrammen konfigurierbar. Andererseits ist das Teil fast so schnell wie ein langsames Netzwerkkabel und deutlich empfindlicher.

Mal stören schnurlose Telefone, Handys oder Leuchtstoffröhren, dann mal wieder nicht. Die Aktivierung der Option „Störunempfindlichkeit aktivieren“ wirkt wie eine Bremse, die auf Dauer mehr nervt als die gelegentlichen Aussetzer, deren Verursacher zwischen Notebook und Access Point (ein portabler Airport Express) schnell lokalisiert sind.

Anlass zur Kritik gibt außerdem die Mighty-Maus, die zwar sehr bequem funktioniert. Intensives Arbeiten setzt allerdings regelmäßig ihren Scrollball außer Kraft, bis man ihn mit einem feuchten Brillenputztuch gereinigt hat.

Fazit: Die neuen Computer und Monitore von Apple sehen seit dem Mac mini mit Cinema Display nicht nur gut aus. Sie funktionieren auch bestens, weil sie keinen Anlass für verkorkste Installationen bieten. Unterm Strich hat die Arbeit am Mac aus mir einen neuen Anwender gemacht. Früher war ich ein Schrauber und Fummler. Heute bin ich ein Schreiber und Tummler ;-)