Die Netnites im ZDF waren harte Arbeit

1996, als das Web für die breite Masse noch Zukunft war: Die wenigsten Medien berichteten wohlwollend über Computernetze. IT-Zeitschriften mussten Schritt für Schritt erklären, wie man online geht. Das Internet war eine komplizierte Sache.

„Alles für jedermann zu jeder Zeit an jedem Ort“ hieß die Vision einer Redaktion, die es mit ihren Themen ins öffentlich-rechtliche Fernsehen schaffte. PC ONLiNE, so der Name des Magazins, erarbeitete für das ZDF die ersten Sendungen einer Serie, die um Mitternacht über die neuen Möglichkeiten jenseits von AOL, Btx und Compuserve berichtete. Die Ausschnitte am Ende dieses Beitrags erinnern an die Arbeit der Redakteure.

Netnite wurde von dem sehr gut informierten Moderator Thomas Aigner (AME) für das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) produziert. Die ersten Sendungen vom so genannten „Windkanal“ bis zur November-Ausgabe hat der Autor dieses Weblogs redaktionell geleitet. Sie brauchten sehr viele Vorbereitungen im Detail.

Besonders problematisch war die flüssige Wiedergabe der vorgestellten Webadressen auf einem TV-Bildschirm. Dazu bedurfte es eines speziellen Gerätes, das die Aufzeichnungen am PC fernsehtauglich machte. Der Browser musste so eingestellt sein, dass das Besprochene möglichst groß zu sehen war. Was in einer Netnite nach wenigen Klicks und schnellen Downloads aussah, wurde von langer Hand vorbereitet und über gebündelte Zugänge beschleunigt. Flimmerfreie Aufnahmen in Echtzeit wären in der regulären Sendezeit ohne nervende Störungen nicht vorführbar gewesen.

7 Netnites auf einen Blick